Von Bembeln und Buddeln

In Hessen, besonders im Süden, kommt man am Apfelwein nicht vorbei. Und natürlich sagt man auch nicht Apfelwein, sondern Ebbelwoi. Äbbelwoi geht auch, Äppler hingegen gar nicht. Um die Feinheiten des Hessischen soll es heute allerdings nicht gehen.

Von außen (oder von hier oben) betrachtet lieben die Hessen ihr „Stöffsche“ sehr. Ich habe zumindest noch keinen getroffen, der es nicht mag. Ich selbst bin erst vor wenigen Jahren auf den Geschmack gekommen und muss zu meiner Schande sagen, dass ich den Einstieg über einen „süß gespritzten“ gewagt habe. Das geht nämlich noch weniger als Äppler sagen.

Zur Erklärung: Am besten trinkt man den Ebbelwoi sowieso pur. Für ein bisschen Abwechslung darf es auch mal ein „sauer gespritzter“ sein. Dafür bekommt man zu seinem Bembel – das sind die adretten Steinkrüge, die die Touristen immer in Miniaturform mit nach Hause bringen – eine Flasche Wasser mit ordentlich Kohlensäure. Diese ist im Zweifelsfall auch noch teurer als der Inhalt des Bembels, aber das nur nebenbei. Ich vermute ja, dass das eine Art Strafe für die Banausen darstellt, die es wagen das gute Stöffsche zu verdünnen. Genau das macht man dann nämlich mit dem Wasser, aber bloß nicht zu viel! Hier kommt für das Einhalten der Regeln der nächste Begriff in Spiel – das „Gerippte“, also das Glas mit den hübschen Rauten. Man füllt bis zum oberen Ende des Musters Ebbelwoi hinein und erst dann darf da ein Schlückchen Wasser drauf. Insofern bleibt von der teuren Flasche ohnehin jede Menge übrig, vermutlich damit man es beim nächsten Mal gleich ganz bleiben lässt.

Zu kaufen gibt es den Ebbelwoi in ausnahmslos jedem Supermarkt Frankfurts, in Wasserhäuschen (eine grandiose Institution, um die es später noch gehen wird) und natürlich in eigens dafür vorgesehenen Kneipen (welche hier bestens beschrieben und hier wunderbar vertont wurden).

In Hamburg muss man dafür schon einen besser sortierten Getränkemarkt aufsuchen. Alternativ habe ich es mal mit Elbler versucht. War lecker, hat aber gegen das Heimweh nicht geholfen. Zum Glück bin ich mittlerweile stolze Besitzerin eines „Schobbedeggelsches“.

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