Mein Stadtpark

Im Januar geht ja oft das kollektive Gerenne los um die alljährlich erneuerten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Hamburg ist nicht nur die schönste Stadt der Welt, sie bietet auch die beliebteste Laufstrecke Deutschlands: Die Runde um die Außenalster. Besonders sonntags macht sich das bemerkbar, so dass das Ausdauertraining eher einem Slalom- und Schaulaufen gleicht. Auch als Spaziergänger fühlt man sich häufig als Teil einer Massenveranstaltung. Wer es aber unter der Woche dorthin schafft wird (abgesehen vom morgendlichen Fahrradverkehr an der Ostseite) nicht enttäuscht.

Mein Lieblingspark ist allerdings der etwas weiter nördlich gelegene Stadtpark, den ich seit fast 6 Jahren meinen direkten Nachbarn nennen darf. Vorletztes Jahr feierte er 100-jähriges Jubiläum (was ich möglicherweise mit einem Capri Eis vom Minigolf-Kiosk mit ihm feierte). Im Sommer sind die ausgewiesenen Grillplätze und das Naturschwimmbad oft proppevoll, aber gerade im Abschnitt nordwestlich der Festwiese finden sich viele weniger bekannte Abschnitte, die um einiges schöner und weniger dicht besiedelt sind. Hier spenden auch einige Bäume Schatten (oder Schutz vor Regengüssen, je nachdem), die sich theoretisch sogar für eine Hängematte eignen würden. Auch so ein guter Vorsatz, der noch in die Tat umgesetzt werden will…

Wer zwischendurch oder nach einem ausgiebigem Spaziergang – der Stadtpark bietet eine Fläche von 148 Hektar – Verstärkung braucht wird bei der Trinkhalle fündig (nicht zu verwechseln mit den Frankfurter Wasserhäuschen). Das historische Gebäude wurde vor einer Weile wieder mit einem schmucken Café in Betrieb genommen und liegt nur wenige Minuten von der U3 (Borgweg) entfernt. Wer sich am östlichen Ende aus dem Park hinaus wagt bekommt im Winterhuder Kaffeehaus am Marktplatz hervorragendes Frühstück (sämtliche meiner Gäste können einen Lied davon singen), verschiedenste Suppen und abends standesgemäß Knabberkram zum Aperitif gereicht. Für (noch mehr) Kuchen lohnt es sich auch Richtung Norden zu wandern. Am Durchgang zur U-Bahn Station Lattenkamp findet sich das Café du Passage mit den allerbesten Plätzen zum Leute gucken.

Ich bin schon gespannt, welche Frankfurter Grünfläche es mit meinem Stadtpark aufnehmen kann – der Niddapark wartet angeblich mit 20 Hektar mehr auf. Grüneburg- und Holzhausenpark können sich auch sehen lassen (hab schon nachgeschaut), aber ob man da auch so guten Kaffee bekommt?

2 Replies to “Mein Stadtpark”

  1. So schön und treffend geschrieben! <3

    1. Dankeschön

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